Im KABINETT: Hessenglas

19. März bis 19. Juni 2022 – Hessen-Glaswerke GmbH – Vom Isergebirge in den Taunus

Die Geschichte der hessischen Glasindustrie währte nur etwas über vier Jahrzehnte. Doch die Glaswaren aus dem Taunus waren zu ihrer Zeit weltweit gefragt. Bis heute zeugen sie von großem technischem Wissen und handwerklichem Können. Heimatvertriebene Glasspezialisten aus dem Isergebirge bauten nach dem Zweiten Weltkrieg in der Gegend um Oberursel eine Glasindustrie nach dem Vorbild ihrer Gablonzer Heimat auf. Ihr reicher Erfahrungsschatz war eine wichtige Grundlage dafür.

Ein Protagonist waren die Hessen-Glaswerke GmbH. Sie wurden auf den Ruinen einer ehemaligen Bronzefabrik errichtet und stellten ab 1948 Glas für die Veredelung in der eigenen Hütte und die für Veredelungsbetriebe in der Umgebung her. Sie belieferten „Flüchtlingsbetriebe“ in ganz Deutschland. Später kamen namhafte Kunden wie Rosenthal, WMF, Villeroy & Boch, Hutschenreuther und andere hinzu. Zudem wurde viel Rohglas ins Ausland, wie nach England, Frankreich, USA, Kanada oder Brasilien exportiert. Die Hessen-Glaswerke etablierten sich als europaweit führender Produzent von Stangenglas für die Schmuckindustrie.

Die Bandbreite der Produktion ist bemerkenswert. Sie reicht von den zeitlos eleganten Gläsern nach den Entwürfen von Aloys F. Gangkofner über Gläser mit Einschmelzungen bis hin zu aufwändigen Überfanggläsern.