Neue Ausstellungen ab 19. März 2022

im Großen Saal:

Erwin Schmierer – Blickwinkel

Vollendetes handwerkliches Geschick, Experimentierfreude, Kreativität und hintergründige Gedanken – dafür stehen die Kunst von Erwin Schmierer und sein Umgang mit dem Glas. Erwin Schmierer begann seinen Weg als Glasgraveur. Doch dabei blieb es nicht. Im Laufe der Jahre erarbeitete er sich verschiedene Techniken, so dass sein Schaffen eine enorme Bandbreite aufweist. 

Schmierers gläserne Werke sind ebenso faszinierend wie ergreifend und nehmen den Betrachter wahrlich gefangen. Schließlich gibt es in und auf den Skulpturen und Objekten vieles zu entdecken und bestaunen. Gesichter, mal makellos, mal vom Leben gezeichnet, entspringen dem Glas oder erscheinen in der Durchsicht. 

Nicht weniger beeindruckend wie die in der Schmelztechnik geformten Skulpturen sind die am Gravurbock entstandenen Werke. In ihrer Urform sind es meist Gefäße, doch haben sie nach der Bearbeitung einen ganz neuen Charakter. Die Diatret-Gläser und die vollplastisch aus dem Glas herausgeschnittenen Darstellungen bringen Glasgravur und Schliff auf eine ganz neue Ebene.

im Kabinett:

Hessenglas – Vom Isergebirge in den Taunus

Die Geschichte der hessischen Glasindustrie währte nur etwas über vier Jahrzehnte. Doch die Glaswaren aus dem Taunus waren zu ihrer Zeit weltweit gefragt. Bis heute zeugen sie von großem technischem Wissen und handwerklichem Können. Heimatvertriebene Glasspezialisten aus dem Isergebirge bauten nach dem Zweiten Weltkrieg in der Gegend um Oberursel eine Glasindustrie nach dem Vorbild ihrer Gablonzer Heimat auf. Ihr reicher Erfahrungsschatz war eine wichtige Grundlage dafür. 

Ein Protagonist waren die Hessen-Glaswerke GmbH. Sie wurden auf den Ruinen einer ehemaligen Bronzefabrik errichtet und stellten ab 1948 Glas für die Veredelung in der eigenen Hütte und die für Veredelungsbetriebe in der Umgebung her.

Sie belieferten „Flüchtlingsbetriebe“ in ganz Deutschland. Später kamen namhafte Kunden wie Rosenthal, WMF, Villeroy & Boch, Hutschenreuther und andere hinzu. Zudem wurde viel Rohglas ins Ausland, wie nach England, Frankreich, USA, Kanada oder Brasilien exportiert. Die Hessen-Glaswerke etablierten sich als europaweit führender Produzent von Stangenglas für die Schmuckindustrie. 

Die Bandbreite der Produktion ist bemerkenswert. Sie reicht von den zeitlos eleganten Gläsern nach den Entwürfen von Aloys F. Gangkofner über Gläser mit Einschmelzungen bis hin zu aufwändigen Überfanggläsern.