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Das Glasmuseum Frauenau ist ein etwas anderes Museum…

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Das Glasmuseum im November 2009

...weil es nämlich...

...die ausgestellten Glasobjekte als Teil eines inszenierten Museums präsentiert. Glas in seinen verschiedensten Formen ist künstlerisch und architektonisch Teil dieses Konzeptes.

Außerdem wirkt das Museum – ebenfalls anders als viele andere moderne Museen, die nach außen eher ein „Betonklotz“ sind - nach außen, es steht in einem Kontext zur Umgebung und nimmt Beziehung zum Glasmacher-Ort Frauenau auf.

Die Kathedrale von Coventry diente als  Anregung für die Form des Museum, bei der die Wände am Ende einer dargestellten Epoche aufgebrochen, nach außen verschoben, unterschiedlich erhöht und mit einem Stirnfenster versehen wurden. So entstand so die Andeutung einer Spirale.

Diese Inszenierungselemente innerhalb der Präsentationen gehen so über die bloße Illustration hinaus, sie sind aber auch nicht losgelöste Kunstwerke. Sie sollen die übergreifende Idee einer Epoche im kulturgeschichtlichen Durchwandern des Museums künstlerisch interpretieren, nicht nur darstellen. Damit werden Inhalte des Glasmuseums Frauenau direkt in Architektur übersetzt.

Hier einige Hinweise zu Highlights des Museums

Ursula Huth entwarf zum Thema einer Mittelmeerreise mit der übergreifenden Idee einer archäologischen Ausgrabungssituation das Mosaik am Beginn Ihres Weges durch das Museum mit gegossenem und aufgebrochenem, farbigem Glas; damit nimmt sie Produktionsverfahtren der Antike auf. Sie inszenierte so eine Wüstensituation, bei der in Bodenvitrinen mit Sand, antiken Repliken mit der Beschreibung der Glasherstellung, in leicht unebenem Boden eingelassen, die Besucher wie durch eine antike Ausgrabungsstätte wandern, umgeben von aus Ton aufgebauten Wänden einer Keramikergruppe.

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2 Fotos Tom Wundrak

Unübersehbar Die „Epochenfenster“

Sie wurden von bekannten Glaskünstlern entworfen und hergestellt.Gerhard Ribkas positioniertes Fenster  „Wie eine geschmückte Braut – das Himmlische Jerusalem“ an höchster Stelle im Museum, quasi zwischen Himmel und Erde und setzt diese himmlische Stadt als spirituelle Überhöhung in Bezug zu den irdischen Städten des Mittelalters. In der Machart bei der Bordüre übernimmt Gerhard Ribka die mittelalterliche Herstellungsweise.

 Den Mythos Venedig greift Amber Hiscott mit ihrem als einzigem ins Abstrakte weisenden Fenster „Das Licht der Renaissance“ auf, erkennbar an den Bögen Venedigs. Sie spielt mit der Helligkeit, mit der Ästhetik Venedigs, die sie an der Architektur festmacht. Das Fenster ist sandgestrahlt mit Silbergelbmalerei – eine Technik, die bei Renaissancefenstern vorherrschte.

Das Fenster von Bernhard Schagemann „Die Zeit des höfischen Feudalismus" - die Zeit des Barock, des Sonnenkönigs mit seinen Schlössern und Gärten, der Freude des Adels an immer neuen Lustbarkeiten, Theateraufführungen und Dekorationen aufnimmt - wird selbst zur Bühne, indem es diese höfischen Elemente aufgreift und durch seine Dreidimensionalität eine tiefe Raumwirkung erzielt, Es ist in Sandgusstechnik gefertigt, wobei die rechte Seite frei gelassen ist. Im Winter wird so der Blick auf die barocke Kirche von Frauenau sichtbar.

Mark Angus nimmt in seinem Fensterbild „The great exebition“ Bezug auf die Große Weltausstellung in London, die  die veränderte Lebens- und Arbeitswelt, das Verhältnis zur Natur und die veränderten Produktionsweisen widerspiegelt und damit die Zeit der Industrialisierung verdeutlicht. Eisenahnschienen auf dem Boden werden im Fenster fortgeführt. Die mehrmalige Wiederholung der Begriffe  WORK – MONEY – BREAD - STRENGTH geben den Rhythmus der Maschinen an oder das industrielle Arbeiten im Akkord: Arbeiten, um Geld zu verdienen, um Brot zu kaufen, um Kraft zu bekommen um zu arbeiten, - das ist der Motor der Industriellen Revolution.  

An Stelle eines kulturgeschichtlichen Fensters der Moderne entschieden die Gestalter sich für eine architektonische Installation mit Maschinen geblasenen Gastronomiegläser aus Zwiesel, inszeniert in einem musealen Kaufhaus, wo die Exponate auf einer Rolltreppe „fahren“.

Auf der Rückseite des Museum werden die Besucher vom Parkplatz kommend mit den Glas-Geschichten, die Symbole aus der Geschichte von Frauenau andeuten, empfangen. Diese gläsernen (Bull)-Augen von Ronald Fischer geleiten ihn Haupteingang des Museums.

(Text basiert bis hierher auf einem Vortrag von Dr. Katharina Eisch im Glasmuseum Frauenau)

Im Museum erwarten den Besucher auf zwei Etagen und drei Ebenen verschiedene Ausstellungsbereiche der sog. Ständigen Ausstellungen:

Die Reise mit dem Glas
Leben und Arbeiten mit Glas
Modernes Glas
(Die Sammlung Prof. Wolfgang Kermer)
Bixl = Schnupftabakgläser (Die Stiftung Marianne und Heiner Schaefer)
Div. Studiensammlungen

Außerdem finden im Großen Sonderausstellungsraum ständig wechselnde Ausstellungen statt, die immer ausgesprochen sehenswert sind. In den letzten Jahren waren z.B. zu sehen:

Gretel und Erwin Eisch
Reine Formsache (Die Sammlung Birgit+Dieter Schaich)
Keramiksammlung France Kermer

 

 

 

 

 

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Glasmuseum Frauenau
Am Museumspark 1
D-94258 Frauenau

Telefon: +49 (0) 9926 - 941020

Geöffnet
Montag bis Freitag von 09.00 bis 17.00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertag von 10.00 bis 16.00 Uhr

 


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