Unübersehbar Die „Epochenfenster“
Sie wurden von bekannten Glaskünstlern entworfen und hergestellt.Gerhard Ribkas positioniertes Fenster „Wie eine geschmückte Braut – das Himmlische Jerusalem“ an höchster Stelle im Museum, quasi zwischen Himmel und Erde und setzt diese himmlische Stadt als spirituelle Überhöhung in Bezug zu den irdischen Städten des Mittelalters. In der Machart bei der Bordüre übernimmt Gerhard Ribka die mittelalterliche Herstellungsweise.
Den Mythos Venedig greift Amber Hiscott mit ihrem als einzigem ins Abstrakte weisenden Fenster „Das Licht der Renaissance“ auf, erkennbar an den Bögen Venedigs. Sie spielt mit der Helligkeit, mit der Ästhetik Venedigs, die sie an der Architektur festmacht. Das Fenster ist sandgestrahlt mit Silbergelbmalerei – eine Technik, die bei Renaissancefenstern vorherrschte.
Das Fenster von Bernhard Schagemann „Die Zeit des höfischen Feudalismus" - die Zeit des Barock, des Sonnenkönigs mit seinen Schlössern und Gärten, der Freude des Adels an immer neuen Lustbarkeiten, Theateraufführungen und Dekorationen aufnimmt - wird selbst zur Bühne, indem es diese höfischen Elemente aufgreift und durch seine Dreidimensionalität eine tiefe Raumwirkung erzielt, Es ist in Sandgusstechnik gefertigt, wobei die rechte Seite frei gelassen ist. Im Winter wird so der Blick auf die barocke Kirche von Frauenau sichtbar.
Mark Angus nimmt in seinem Fensterbild „The great exebition“ Bezug auf die Große Weltausstellung in London, die die veränderte Lebens- und Arbeitswelt, das Verhältnis zur Natur und die veränderten Produktionsweisen widerspiegelt und damit die Zeit der Industrialisierung verdeutlicht. Eisenahnschienen auf dem Boden werden im Fenster fortgeführt. Die mehrmalige Wiederholung der Begriffe WORK – MONEY – BREAD - STRENGTH geben den Rhythmus der Maschinen an oder das industrielle Arbeiten im Akkord: Arbeiten, um Geld zu verdienen, um Brot zu kaufen, um Kraft zu bekommen um zu arbeiten, - das ist der Motor der Industriellen Revolution.
An Stelle eines kulturgeschichtlichen Fensters der Moderne entschieden die Gestalter sich für eine architektonische Installation mit Maschinen geblasenen Gastronomiegläser aus Zwiesel, inszeniert in einem musealen Kaufhaus, wo die Exponate auf einer Rolltreppe „fahren“.
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